Erschöpfung: Ursachen

Erschöpfung: Ursachen

Häufig sind es Schlafmangel und Stress, die dazu führen, dass man sich müde und erschöpft fühlt. Doch es gibt weitere Ursachen, die Sie im Blick haben sollten.

Warum bin ich ständig müde und erschöpft?

Dass wir nach einem anstrengenden Tag ausgepowert sind, ist ganz normal. Wird allerdings das Gefühl, matt und kraftlos zu sein, zum dauerhaften Begleiter im Alltag, sollte man den möglichen Ursachen auf den Grund gehen. Grundsätzlich ist Erschöpfung ein unspezifisches Symptom, das durch vielfältige Faktoren hervorgerufen werden kann. Da Müdigkeit und Erschöpfung auch als Anzeichen verschiedener Grunderkrankungen auftreten können, ist im Zweifel ein Arztbesuch ratsam.

Erschöpfung: Ursachen im Überblick

Schlafmangel und Schlafstörungen: Eine durchwachte Nacht reicht schon aus, um sich am nächsten Tag wie gerädert zu fühlen. Kritisch wird es, wenn Schlafprobleme häufiger auftreten – denn dann fehlt dem Körper die nächtliche Regenerationsphase. Mit der Zeit fühlt man sich zunehmend erschöpft, ist tagsüber müde und gereizt und hat Mühe, die alltäglichen Aufgaben zu erledigen. Schlafmangel kann auch unser Immunsystem beeinträchtigen und auf Dauer sogar richtig krank machen.

Stress und Überlastung: Egal, ob es berufliche oder private Belastungen sind – Zeitdruck, Arbeitsüberlastung, finanzielle Sorgen, Ärger mit dem Kollegen oder fehlende Wertschätzung können als negative Stressoren wirken und an den Energiereserven nagen. Häufig klagen Betroffene in Verbindung mit Stress auch über Schlafstörungen und innere Unruhe. Mitunter entwickelt sich eine regelrechte Erschöpfungsspirale, die einen sozialen Rückzug oder gar eine Depression nach sich ziehen kann.

Tipps bei Erschöpfung
Pausen und Auszeiten
Vitalstoffreiche Ernährung
Erholsamer Schlaf
Bewegung
Achtsamkeit

Einseitige Ernährung und Nährstoffmangel: Eine einseitige Ernährungsweise, unregelmäßige Mahlzeiten oder Diäten – zu wenig Energie oder „leere“ Kalorien aus Fast Food & Co. machen uns auf Dauer schlapp und müde. Auch ein Mangel an ganz bestimmten Mineralstoffen und/oder Vitaminen kann zu Müdigkeit und Erschöpfung führen. So kann etwa ein Eisenmangel oder eine unzureichende Versorgung mit Vitamin C und B-Vitaminen ebenfalls als eine mögliche (Mit-)Ursache für eine Erschöpfungssymptomatik infrage kommen.

Akute oder chronische Grunderkrankungen: Sowohl körperliche als auch psychische Grunderkrankungen können mit starker Müdigkeit und Erschöpfung einhergehen. Dazu zählen Infekte, Bluthochdruck, Schilddrüsenprobleme, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und der Lunge, Rheuma sowie Krebsleiden. Auch bei Depressionen und Angststörungen gehören Müdigkeit und Erschöpfung zu den möglichen Symptomen. Beim sogenannten chronischen Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrom, CFS) wird das Gefühl von Müdigkeit, leichter Erschöpfbarkeit und starker Erschöpfung zum Dauerzustand. Bei andauernder Müdigkeit oder Erschöpfung ist es daher wichtig, frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen, um behandlungsbedürftige Grunderkrankungen ausschließen zu lassen.

Medikamente: Müdigkeit kann auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten. Das gilt zum Beispiel für Antihistaminika (Allergiemittel), gewisse blutdrucksenkende Mittel und Antidepressiva. Darüber hinaus können auch Schlafmittel zu einer erhöhten Tagesmüdigkeit führen. Falls Sie den Verdacht haben, dass Ihre Beschwerden auf ein Arzneimittel zurückgehen, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden. Wichtig: Setzen Sie ärztlich verordnete Medikamente keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.

Häufige Fragen

Mit dem Begriff der Erschöpfung wird ein Zustand beschrieben, der mit dem Gefühl körperlicher Schwäche, emotionaler Entkräftung, Müdigkeit und Antriebslosigkeit einhergeht.

Eine Erschöpfung kann sich zum Beispiel durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit, emotionale Labilität und eine herabgesetzte körperliche und mentale Leistungsfähigkeit äußern. Zu den weiteren möglichen Anzeichen zählen auch Schlafstörungen, eine erhöhte Infektanfälligkeit, Muskelverspannungen und depressive Verstimmungen.

Dass man nach einem anstrengenden Arbeitstag oder nach einer langen Wanderung müde und erschöpft ist, ist normal. Auch längere Stressphasen führen häufig zu Müdigkeit und Erschöpfung. Damit signalisiert der Körper, dass er Erholung und Ruhe braucht. Erschöpfung ist also zunächst einmal ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung.

Beim chronischen Erschöpfungssyndrom, auch chronisches Müdigkeitssyndrom genannt, handelt es sich um eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, bei der es ohne feststellbare medizinische Ursache zu einer andauernden (mindestens 6 Monate lang bestehenden) körperlichen und geistigen Erschöpfungssymptomatik kommt. Als Begleitsymptome treten zum Beispiel auch Schlafstörungen, Halsschmerzen oder Muskelschmerzen auf. Ärzte sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem „Chronic Fatigue Syndrom“ (CFS).

Burnout beschreibt einen Zustand tiefer emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung. Im Gegensatz zur Depression ist „Burnout“ (Ausgebranntsein, Erschöpftsein) allerdings bis heute keine eigenständige medizinische Diagnose. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Burnout lediglich als „Faktor, der den Gesundheitszustand beeinflusst“ im sogenannten ICD-11-Diagnosesystem aufgenommen. Dort wird das Burnout-Syndrom, das sich als Komplex vielfältiger Symptome darstellen kann, auf chronischen Stress am Arbeitsplatz zurückgeführt, der noch nicht erfolgreich bewältigt werden konnte. Teilweise wird Burnout als Vorstufe oder Sonderform der Stressdepression gesehen. Derzeit gibt es allerdings keine einheitliche Definition, was ein Burnout überhaupt ist.

Erschöpfung, Müdigkeit und Antriebsmangel können als mögliche Symptome einer Depression auftreten. Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Erkrankung, deren Vorliegen durch definierte Kriterien festgestellt werden kann. Die Abgrenzung von normalen Stimmungsschwankungen ist auf Basis dieser Kriterien zuverlässig möglich. Als Hauptsymptome gelten depressive Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit, Antriebsmangel und erhöhte Ermüdbarkeit. Mögliche Zusatzsymptome sind z. B. Störungen der Konzentration, Schlafstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl und ein reduzierter Appetit. Auch körperliche Symptome wie Schmerzen und Atembeschwerden können auftreten.